9. Mai, 2019

Plastiktüte... ja oder nein?

Ich werde immer mal wieder mit Vorwürfen konfrontiert, weil ich Salate und gewisse Gemüse in Plastiktüten verpacke. Natürlich sind mir die Kunden am liebsten, die gebrauchte Tüten wieder mitbringen - so lässt sich einiges an Plastik einsparen. Auch waschbare Textilbeutel sind sinnvoll - aber auch nicht das Gelbe vom Ei, wenn man die Herstellung betrachtet. Und die Fasern, die der Kunststoff (meist Polyester) beim Waschen abgibt, gehören zum Mikroplastik, der dann ins Meer gespült wird. Hier wird - zwecks Gewissensberuhigung - der Teufel einfach mit dem Beelzebub ausgetrieben.

Meiner Meinung nach ist die Plastiktüte hier bei uns auch gar nicht das Übel - sie landet (meistens) im Abfall bzw. in der Verbrennung. Ein viel grösseres Problem beschreibt der nachfolgende Artikel aus dem Tages-Anzeiger:

Wie unsere Kleidung die Umwelt belastet

Die Textilindustrie verursacht mehr Treibhausgase als Flug- und der Schiffsverkehr zusammen.

Eine Jeans kann bis zu anderthalbmal um die Erde reisen, bis sie zum Konsumenten gelangt.

Einhundert Milliarden Kleidungsstücke werden jedes Jahr weltweit verkauft. Die Textilindustrie bläst jährlich 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre. Das sind doppelt so viele Kleidungsstücke wie noch vor 15 Jahren. Dies ist die Folge der Entwicklung, dass sich Modetrends immer schneller verändern.

Die Umweltbelastung beginnt schon bei den Rohstoffen. Gut ein Viertel unserer Kleidung besteht aus Baumwolle, für deren Anbau werden grosse Mengen Wasser benötigt, ausserdem Pestizide und Dünger.

Die Wassermenge zur Herstellung eines T-Shirts entspricht 70 Duschen. Mehr als 60 Prozent unserer Kleidung bestehen aus Polyester, das aus klimaschädlichem Erdöl hergestellt wird. Zum Bleichen, Waschen und Weichmachen werden Chemikalien verwendet, die sowohl für Textilarbeiter schädlich sind als auch für die Umwelt.

Eine der umweltschädlichsten Branchen

Bis die Kleidung in die Läden kommt, hat sie meist lange Wege hinter sich. Eine Jeans kann bis zu anderthalbmal um die Erde reisen. Auch bei uns zu Hause belastet Kleidung die Umwelt. Bei der Wäsche von Kunstfaserhemden und -hosen werden pro Jahr bis zu 500'000 Tonnen Mikrofasern in die Ozeane gespült. Das entspricht 50 Milliarden Plastikflaschen.

Die Textilindustrie ist eine der umweltschädlichsten Branchen überhaupt. Sie bläst jährlich 1,2 Milliarden Tonnen Treibhausgase in die Atmosphäre. Das sind mehr, als der internationale Flugverkehr und der Schiffsverkehr auf den Meeren zusammengenommen verursachen.